Mukoviszidose e.V. Leipzig

12. Leipziger Mukolauf | virtueller Lauf | vom 05.09. bis 19.09.2021 

Pilze

Pilze vermehren sich z.B. durch die Bildung von Sporen. Diese Sporen sind sehr klein und verbreiten sich leicht über die Luft. Dadurch können sie eingeatmet werden. Bei Mukoviszidose ist die Rolle von Pilzinfektionen der Lungen noch nicht ganz geklärt. Werden Pilze in der Lunge gefunden, ist oft nicht eindeutig klar, ob diese als Infektion eine Entzündung des Gewebes auslösen oder ob sie nur als natürliche Besiedlung vorkommen.


ASPERGILLUS FUMIGATUS

Aspergillus fumigatus ist ein Schimmelpilz. Seine in der Luft schwebenden Sporen können eingeatmet werden und so bis in die tiefen Atemwege des Menschen gelangen. Insbesondere bei immungeschwächten Personen kann dies verschiedene Symptome auslösen. Für Mukoviszidose-Patienten kann eine Besiedelung der Atemwege mit Aspergillus zu einer allergischen bronchopulmonalen Aspergillose (ABPA) führen. Bei der ABPA reagiert das Immunsystem des Patienten auf Aspergillus „allergisch“, d.h. es produziert Substanzen, die eine überschießende Entzündung der Lunge verursachen. Dadurch verengen sich die Atemwege und die Atmung kann bedrohlich eingeschränkt sein.


SCEDOSPORIUM

Der schwarze Schimmelpilz Scedosporium ist ein seltener Erreger von Haut- und Weichteilinfektionen, der insbesondere nach Transplantationen aufgrund der Immunsuppression ernsthafte Komplikationen verursachen kann. Bei Patienten mit Mukoviszidose kann Scedosporium (S. aurantiacum, S. prolificans, S. apiospermum) in den Atemwegen Symptome auslösen, die der ABPA (s.o.) ähneln.


EXOPHIALA DERMATITIDIS

Der eng mit Scedosporium verwandte Schimmelpilz Exophiala dermatitidis ist ebenfalls ein seltener Erreger, der in den menschlichen Körper eindringen und Haut- und Weichteilinfektionen verursachen kann. Auch bei Mukoviszidose-Patienten wurde dieser Pilz schon gefunden und mit Lungenentzündungen in Verbindung gebracht. Nach Transplantationen können sehr selten invasive Infektionen mit Exophiala ernsthafte Komplikationen hervorrufen.


CANDIDA

Der Hefepilz Candida (am bekanntesten Candida albicans) findet sich bei den meisten Menschen auf den Schleimhäuten von Mund, Rachen, im Genitalbereich und im Verdauungstrakt, ohne dort Symptome auszulösen. Das häufigste Krankheitsbild ist der Soor, d.h. die lokale Infektion der Schleimhäute mit Rötung, weißlichem Belag und Juckreiz. Candida kann aber auch in den Atemwegen zu Infektionen führen. Eine chronische Besiedlung mit Candida kann bei Mukoviszidose-Patienten die Lungenfunktion verschlechtern.



Quellen

  • RKI-Richtlinie 2012: Anforderungen an die Hygiene bei der medizinischen Versorgung von Patienten mit Cystischer Fibrose (Mukoviszidose)
  • Hogardt, M., et al., 2006. MIQ 24 Atemwegsinfektionen bei Mukoviszidose, in Mikrobiologisch-infektiologische Qualitätsstandards, Im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie 2006, Elsevier: Urban & Fischer: München, Jena.